Presse: Interview in der Epoch Times online

Oktober 2016
Presse: Interview in der Epoch Times online

Frauen in der medialen Arbeitswelt von heute

Ein Interview mit Sandra Pabst

Die deutschsprachige Onlineausgabe der Zeitschrift EPOCH TIMES  veröffentlichte ein Interview mit Sandra Pabst um die Situation der Frauen in der medialen und globalen Arbeitswelt von heute.

Hier geht es zum Interview:

Interview EPOCH TIMES

 

Frauen und Karriere – kein Widerspruch in sich: Medienexpertin Sandra Pabst im Interview

Von Jacqueline Roussety 19. September 2016

Trotz Emanzipation und gleicher Schulbildung gibt es in vielen Bereichen immer noch mehr männliche als weibliche Kollegen, die Führungspositionen innehalten oder ein Team oder eine Firma leiten. Erst kürzlich brachte eine große Tageszeitung folgende Zahlen heraus: weibliche Führungsriege bei Volkswagen gleich null. Bei der Deutschen Bank: null. Commerzbank: null. Deutsche Bahn: null. RWE: null. Arbeitsagentur: null. Gewerkschaftsbund und BDI: null. Immer noch regieren in vielen Führungspositionen die Männer.

Besonders in der Finanzwelt sind es gerade mal 13 Prozent Start-Ups, die von Frauen gegründet oder geleitet werden. In den Geldinstituten in Deutschland ist es ebenfalls sehr schwierig, Frauen in Vorständen zu finden. Die Zahl der Bank-Chefinnen ist nach wie vor sehr überschaubar. Natürlich stellt sich da die Frage, warum so wenige Frauen z.B. ein Start-Up- Unternehmen anstreben. Nachwievor ist bestimmt einer der großen Faktoren, dass dieser Job in seiner Art oft nicht zur Familienplanung passt.

Fehlt es den Frauen noch an Selbstbewusstsein?

Oder, fehlt es den Frauen doch an Selbstbewusstsein? Kaum zu glauben, aber auch wenn wir im 21. Jahrhundert angekommen sind, noch scheinen viele Traditionen und Emotionen in uns verwurzelt zu sein, die genau den Unterschied zwischen Frauen und Männern ausmachen. Wer sehr viel mehr darüber erzählen kann, ist unsere heutige Interviewpartnerin Sandra Pabst.

Sandra Pabst betreibt und leitet eine exklusive Medienagentur in Berlin, die es sich zur Aufgabe gemacht hat Menschen, insbesondere Frauen zu helfen, ihre Start-Ups oder Unternehmen zu etablieren und sie zu ermutigen, Strategien zu entwickeln, um erfolgreich und gewinnbringend ihre Frau in der heutigen Arbeitswelt zu stehen.

 Interview mit der Medienexpertin Sandra Pabst

ET.: Die simpelste aber vielleicht auch schwierigste Frage gleich vorweg: Ist es einfach so, Frauen und Männern sind und bleiben verschieden? Egal wie modern, egal wie aufgeschlossen sie sind?

Sandra Pabst: Nach meiner Erfahrung kann ich das mit einem eindeutigen „Ja“ beantworten. Denn die Natur hat nun einmal das weibliche und männliche Prinzip hervorgebracht. Ich merke mittlerweile – und das ist einer meiner Hauptpunkte, die ich immer wieder in meinen Seminaren und Gesprächen einführe –, das ist auch gut so, dass man Frau oder Mann ist, mit all den Unterschieden. Denn beides birgt eine Faszination, besitzt eine eigene Stärke und beides hat seine Berechtigung. Natürlich ist es so, dass sich das männliche Prinzip in der Geschäftswelt widerspiegelt.

Es gibt dort männliche Codes, eine ganz eigene männliche Sprache und meine Aufgabe ist es, die Vor- und Nachteile des weiblichen und des männlichen Verhaltens aufzuzeigen. In meinen Seminaren und Coachings geht es darum, wie mache ich das Beste daraus für mich? Und trotzdem bemerke ich, dass Frauen sich ganz oft eher als Mittlerin sehen und nicht unbedingt gerne in der ersten Reihe stehen, während die Männer doch gerne dominierend die Fäden in der Hand halten möchten. Wahrscheinlich stammt das noch aus dem berühmten Jäger- und Sammlermythos.

Frauen waren eher dafür da, die Familie zusammenzuhalten. Das erlebe ich ganz oft in der modernen Geschäftswelt, dass Frauen oftmals die besseren Fähigkeiten besitzen, Dinge zu wahren, sie zusammenzuhalten. Von daher sehe ich das ganz klar: Frauen können sehr wohl Führungspositionen innehalten! Männer hingegen sind viel risikofreudiger als Frauen, das kann natürlich Vor-, aber auch Nachteile mit sich bringen. Männer sind besser in der Lage Entscheidungen zu treffen, die, ich sage es mal vorsichtig, nicht unbedingt arbeitnehmerfreundlich sind.

Wenn es zum Beispiel um Kündigungen geht, oder wenn es um finanzielle Einbußen gehen muss, die sich dann auch auf das Unternehmen auswirken. Hier erlebe ich ganz oft, dass Frauen eher die menschliche Seite wahren wollen. Ob das dann aber immer zum erfolgreichen Geschäftsmodus passt, das ist nicht immer ganz leicht, hier die endgültig richtige Entscheidung zu treffen. Aber es gibt natürlich auch das genaue Gegenteil. Da versuchen Frauen härter und stärker als Männer zu sein. Ob das so sein muss, das versuche ich sehr genau zu hinterfragen.

Die meisten Frauen sind erst sehr schüchtern

ET.: Hat sich nach den Jahren in denen Sie ihre Medienagentur leiten, schon herauskristallisiert, dass es so etwas wie einen roten Faden gibt, den alle Frauen mitbringen, bei dem Sie sagen: das ist das erste an Klischee, was ich erst einmal aus den Köpfen rauskriegen muss?

Sandra Pabst: Ja. Auch wenn Sie sich das nicht vorstellen können, die meisten Frauen sind erst einmal sehr schüchtern. Nicht in Bezug auf das, was sie können, denn die meisten Frauen sind top ausgebildet, haben teilweise im Ausland studiert, weisen gute Zeugnisse auf, aber es geht bei den Frauen immer ganz stark um das Gefühl: Wieviel bin ich eigentlich wert?

Diese Frage würde sich ein Mann nie stellen! Ein Mann hat auch ganz klare Honorarvorstellungen, während die Frauen immer sehr zögerlich sind, wenn es um ihren Verdienst geht. Wieviel darf ich eigentlich für meine Leistungen verlangen? Frauen benutzen das Wort „darf“.  Ein Mann fordert. Das ist ein ganz großer Unterschied. Ich muss den Frauen erst einmal beibringen, dass ihre Arbeit genauso viel wert ist, wie die eines Mannes. Denn wir leben nun einmal in einer Gesellschaft, bei der wir über unser Gehalt definiert werden. Welche Position haben wir inne? Aus dieser Position heraus und aus dieser Gehaltsklasse ergeben sich dann wieder andere und neue Richtungen.

Wie spricht frau über Geld?

Viele Frauen würden nicht sofort den angemessenen Lohn verlangen und hätten dann aber irgendwann ein Problem, es später einzufordern, weil sie schon von Anfang an unter ihrem Wert gearbeitet haben. Mir ist bei all meinen Coachings, Beratungen und Seminaren aufgefallen, über Geld zu sprechen fällt besonders Frauen sehr schwer. Denn Geld wird mit etwas Negativem verbunden. Das würde einem Mann nicht passieren. Männer stellen sich und ihr Können nicht infrage.

ET.: Wenn ich so ihren Lebenslauf ansehe, Studium der Rechtswissenschaften, als Journalistin gearbeitet, unter anderem als Redakteurin für das Hamburger Abendblatt, dann fast fünf Jahren die politische Kommunikation für den ehemaligen Bundesminister Horst Seehofer und Ilse Aigner geleitet – Sie sind eigentlich nicht wirklich eine klassische Frauenlaufbahn eingegangen. Was waren Ihre persönlichen Schwierigkeiten, die auch Sie bewältigen mussten, um in dieser Männerdomäne zu bestehen, und was waren Ihre Strategien aber auch letztendlich Erfolg zu haben?

Sandra Pabst: In meinem Arbeitsleben gab es immer Prinzipien. Erstens: ich bin gerne kreativ. Ich kann Dinge sehr schnell umsetzen, und ich führe Dinge auch gerne zu Ende. Ich habe immer gern mit Menschen zusammengearbeitet und bin natürlich auch immer wieder an Grenzen gestoßen. Dann habe ich mich hingesetzt und gefragt: warum? Wo kann ich etwas ändern und vor allen Dingen, wie?

Welche neuen Wege kann ich gehen?

Gerade beim politischen Journalismus wurde mir oft von Männern gesagt: ich glaube das kannst du nicht. Ich musste mir ganz klar anhören: du bist nicht dafür geeignet, oder: das ist zu hoch für dich. Da habe ich mich hingesetzt und habe erst recht gearbeitet und meinen Weg gefunden und habe dann kurze Zeit später genau das gemacht, was „Mann“ mir vorher nicht zugetraut hat.

Es geht natürlich darum, sich nicht von Menschen einschüchtern zu lassen. Besonders Männer versuchen ganz klar Frauen immer wieder einzuschüchtern, oder sagen wir das mal so, manchmal muss man als Frau einfach besser die männliche Sprache verstehen, um sich nicht so schnell blenden zu lassen. Ich muss mir jedes Mal die Frage stellen: wie kann ich diese Arbeit verkaufen? Wenn man gerade in der Medienbranche Erfolg haben will, muss man sich ein Netzwerk bauen. Und das ist immer wieder meine Devise: Ohne ein Netzwerk geht es heute nicht. Letztendlich habe ich an mich geglaubt. Im Prinzip mir das Recht genommen, was Männer sowieso schon machen. An mich zu glauben und mich für meine Arbeit gut bezahlen lassen.

Wie funktioniert das Geschäftsleben?

ET.: Wann und wieso war der Moment für Sie gekommen zu sagen: ich gründe eine eigene Medienagentur und versuche damit meine Erfahrungen an Männer, aber besonders und Frauen weiterzugeben?

Sandra Pabst: Ich habe das Glück, das ich aus einer Familie stamme, die schon immer ein unternehmerisches Gespür für verschiedene Branchen hatte. Ich bin immer gefördert worden und das kann ich heute nur genauso weitergeben. Das sage ich immer wieder all meinen Kundinnen und Kunden: Gebt euren Kindern, insbesondere euren Töchtern immer das Gefühl, dass sie alles schaffen können! Besonders in der Politik habe ich beobachtet, welche Frauen ziehen andere Frauen nach? Wer hat welche Position erreicht? Und wie oft habe ich mich geärgert, dass man für die gleiche Arbeit, für die gleiche Leistung als Frau weniger verdient. Das wollte ich einfach ändern.

Nach meinen Erfahrungen hat das ganz viel damit zu tun, wie gehen Frauen in wichtige Gespräche? Welche Forderung stellen sie für sich? Und sind sie wirklich in der Lage, die unterschiedlichen Sprachcodes zu hinterfragen, besser zu verstehen? Um im Leben nicht von einem finanzstarken Mann abhängig zu sein, sondern das eigene Geld zu verdienen, da kommt es darauf an zu wissen, wo und wie kann ich Geld verdienen? Wie funktioniert das Geschäftsleben?

Das sind alles Fragen, die ich mir auch beantworten musste. Mir wurde schnell klar, dass all diese Sorgen und Ängste viele Menschen teilen und dann sagte ich mir: Ich gründe mein eigenes Unternehmen und gebe meine Erfahrungen weiter. Über meine Kunden lerne ich alle Branchen kennen, da ich mich in deren Gepflogenheiten einarbeite. Ich weiß, wie die Geschäftswelt von heute tickt, weiß und sehe aber auch die Entwicklungen schon für morgen. Und egal ob es in der Medienbranche ist, der Wirtschaftsbranche oder in der Politik, es kristallisieren sich doch immer wieder die gleichen Probleme und Fragen. Und da kann ich mich dann sehr gut dafür einsetzen.

Brauchen Frauen weibliche Vorbilder?

ET.: Ist es so, dass es Frauen sein müssen die anderen Frauen signalisieren: hier das schaffst du, du kannst ein Unternehmen führen, du kannst ein Start-Up gründen? Sind Sie ein Vorbild? Braucht es für uns Frauen weibliche Vorbilder?

Sandra Pabst: Ich bin glücklich, wenn ich andere Frauen inspirieren kann. Und ja, ich glaube es hilft, wenn Frauen andere Frauen fördern und helfen. Ich glaube schon, dass wir ehrlicher miteinander umgehen. Und Frauen sehen Frauen wie sie wirklich sind. Mir ist aufgefallen, Männer fördern Männer. Aber es ist nicht so, dass Frauen generell Frauen helfen und fördern. Denn oft ist es so, wenn eine Frau ihre Position erreicht hat, wird auch sie nicht unbedingt schauen, dass andere Frauen nachziehen können.

Hier sind Männer oft anders. Zwischen Männern funktioniert es auch anders. Männer treffen ganz gerne abends bei einer Flasche Rotwein oder bei einem Bier wichtige Entscheidungen. Das ist für viele Frauen nichts. Viele Geschäftsabschlüsse finden bei Männern nicht während der Arbeitszeit statt, sondern ganz oft außerhalb oder abends. Und ich habe gemerkt, das ist eine Marktlücke, dass Frauen gefördert werden. Und zwar von Frauen.

Und es ist nicht so, dass es einfach ist. Ich muss den Frauen immer wieder sagen, es ist hart, es ist eine lange Strecke, man muss viele Hindernisse überstehen. Viele Frauen schrecken aber auch davor zurück. Ich muss oft gemeinsam mit meinen Kundinnen die Entscheidung treffen, ist es richtig selbstständig zu werden oder bleibt sie doch lieber angestellt.

Jetzt wird es konkret: Eine Frau gründet ein Online-Magazin

ET.: Wie ist Ihre Herangehensweise? Sagen wir mal, eine Frau will ein Online-Magazin gründen? Wie genau gehen Sie da vor?

Sandra Pabst: Mein Team und ich schauen uns an, wie generell der Markt zurzeit aussieht. Dann wird erst einmal eine Marktrecherche durchgeführt. In welchem Markt werde ich mich mit meinem Produkt bewegen? Welche Chancen gibt es denn dort für mein Onlinemagazin? Auf was muss ich da achten, mit wem konkurriere ich?

Dann sehen wir uns ganz genau die Zahlen und Fakten an. Der nächste Schritt: Wie will ich mich denn darstellen? Mit welcher Botschaft? Was will ich vermitteln mit meinem Onlinemagazin? Ich würde dann vorschlagen, dass man sich einige Kernbotschaften aussucht, die wir dann auch immer wieder durchspielen. In den Artikeln und in den Interviews tauchen diese Kernbotschaften immer wieder auf. Das ist dann sozusagen meine ganz persönliche Handschrift.

Welche Zielgruppen werden wir ansprechen? Gibt es regionale, überregionale Themen, die von Bedeutung sein könnten? Welche Fachmedien, Fernseh- und Rundfunkanstalten und andere Onlineblogs existieren, mit denen man zusammenarbeiten kann? Wen können wir hier wie ansprechen? Dann überlegt man sich eine Strategie und verkauft diese dann auch. D.h. von der Idee bis zur endgültigen Fertigstellung begleiten wir diese Idee und das Produkt. Und den Mann oder die Frau, die dahintersteckt.

ET.: Mit welchen Experten arbeiten Sie zusammen, da Sie breit aufgestellt sein müssen, um so viele verschiedene Branchen gerecht zu werden?

Sandra Pabst: Wir machen diese mediale Begleitung und nutzen ein Netzwerk von PR-Experten, die dann eben ganz gezielt PR-Strategien überlegen und finanzielle Aspekte durchleuchten. Auch Marktforscher gehören zu meinem Team, die sich mit der Marktanalyse beschäftigen. Denn nur die richtige Analyse kann auch das Produkt in die richtigen Bahnen lenken.

Weitere Experten sind Juristen, Wirtschaftsunternehmer, Medienberater und Fachexperten und auch Coacher und Trainer. Und vor allen Dingen haben wir Journalisten, die sehr gute Texte schreiben können. Grafikdesigner sind für das Visuelle zuständig, um eine erhöhte Aufmerksamkeit zu erzielen. Unsere finanziellen Fachexperten sind dafür zuständig, sich die ganze Finanzierung nochmal genauer anschauen. Wir alle lieben unsere Arbeit. Wir haben für jedes Problem den richtigen Menschen an der Hand.

ET.: Vielen Dank für das Gespräch.

Jacqueline Roussety sprach mit Sandra Pabst.