ALPHAWOMAN-Podcast mit Stefan Geister: Warum Diversity, Equity & Inclusion ein Businessfaktor sind

März 2025
ALPHAWOMAN-Podcast mit Stefan Geister: Warum Diversity, Equity & Inclusion ein Businessfaktor sind

Unsere Gesellschaft ist vielfältiger denn je und Unternehmen stehen vor der Aufgabe, dieser Vielfalt gerecht zu werden. In dieser Folge des ALPHAWOMAN-Podcasts spricht Sandra Pabst mit Stefan Geister, Head of Corporate Communications DACH bei L’Oréal. Er verantwortet dort nicht nur die Unternehmenskommunikation, sondern auch den strategisch zentralen Bereich Diversity, Equity & Inclusion (DEI) –und ist damit der erste offizielle „Alpha-Wow-Man“ im Podcast.

Diversity, Equity & Inclusion: Mehr als ein gesellschaftliches Schlagwort

Stefan Geister macht im Gespräch deutlich, dass Diversity, Equity & Inclusion keine Zusatzprogramme sind, sondern eine unternehmerische Notwendigkeit. Vielfalt ist Realität – bei Mitarbeitenden ebenso wie bei Konsumentinnen und Konsumenten. Equity steht dabei für Chancengerechtigkeit: gleiche Möglichkeiten für alle, unter Berücksichtigung individueller Lebenssituationen. Inclusion wiederum bedeutet echte Teilhabe ohne Diskriminierung, ohne Stigmatisierung, bis hinein in Management und Führungsebenen.

Warum L’Oréal beim Thema Diversität Vorreiter ist

L’Oréal gilt weltweit als eines der führenden Unternehmen im Bereich Diversität. Der entscheidende Unterschied: DEI ist strategisch verankert und klar vom Top-Management getragen. Es gibt verbindliche Leitlinien, etwa Ethik- und Human-Rights-Guidelines, messbare Ziele und eine kontinuierliche Erfolgskontrolle.

Besonders wichtig sind laut Geister die internen DEI-Netzwerke, die von Mitarbeitenden getragen werden und als Rückgrat der Unternehmenskultur fungieren. Veränderung entsteht nicht allein durch Vorgaben, sondern durch Beteiligung.

Glaubwürdigkeit statt „Social Washing“

Als Kommunikationschef weiß Stefan Geister um die Gefahr, dass Diversity-Initiativen als reine PR-Maßnahmen wahrgenommen werden. Sein Credo: „Walk the talk.“ Was kommuniziert wird, muss gelebt werden. Bei L’Oréal gehören dazu klare Beschwerdemechanismen, anonyme Feedbackmöglichkeiten und konsequente Umsetzung im Alltag.

Gleichzeitig plädiert er für Differenzierung: Auch Unternehmen, die noch am Anfang stehen, leisten einen Beitrag, wenn sie offen über Vielfalt sprechen solange sie es ernst meinen.

Keine Quoten, aber klare Haltung

L’Oréal arbeitet bewusst ohne starre Quoten. Dennoch liegt der Frauenanteil auf Managementebene bei rund 50 Prozent, ebenso existiert kein Gender-Pay-Gap. Der Schlüssel liegt für Geister in der inneren Überzeugung, dass Diversität Kreativität, Innovationskraft und wirtschaftlichen Erfolg steigert. Die beste Person soll den Job bekommen aber Unternehmen müssen sich aktiv darum bemühen, für alle Gruppen attraktiv zu sein.

Vielfalt heißt mehr als Geschlecht

Im Podcast wird deutlich: Diversität umfasst weit mehr als Männer und Frauen. Nationalität, ethnischer Hintergrund, sexuelle Orientierung, Alter, Generationen, Menschen mit und ohne Einschränkungen sowie Neurodiversität gehören gleichermaßen dazu. Gerade Altersdiversität sei für ein junges Unternehmen wie L’Oréal entscheidend, um auch die Bedürfnisse älterer Konsumentengruppen zu verstehen.

DEI ist kein politisches Statement – sondern Business

Angesichts globaler politischer Entwicklungen betont Stefan Geister klar: Diversity, Equity & Inclusion sind keine politischen Programme, sondern wirtschaftlich relevant. L’Oréals Claim „Beauty for each“ steht für das Ziel, so divers zu sein wie die Menschen weltweit.

Darüber hinaus steigern Chancengerechtigkeit und Inklusion Motivation, Bindung und Effizienz der Mitarbeitenden und das ein entscheidender Faktor im Wettbewerb um Talente.

Persönliche Prägung: Vielfalt erleben, Vielfalt leben

Stefan Geisters internationaler Werdegang, Stationen bei Henkel, Dr. Oetker, in Asien, Afrika und Europa, hat seinen Blick auf Vielfalt nachhaltig geprägt. Besonders eindrücklich ist seine Erfahrung aus Südafrika, wo ihm 2013 offen begegnete Ablehnung gegenüber Gleichbehandlung entgegenschlug. Für ihn ein Schlüsselmoment, der zeigt, wie wichtig konsequentes Handeln ist.

Vereinity, Respekt und Verantwortung

Ein zentrales Leitbild für Stefan Geister ist die Philosophie Ubuntu – „Ich bin, weil du bist“. Respekt auf Augenhöhe, Freude und Resilienz sind Werte, die er nicht nur im Unternehmen, sondern auch in seiner Familie lebt. Dieses Verständnis prägt auch sein Engagement für Inklusion im Sport, etwa über Vereinsarbeit als gesellschaftlichen Hebel für Teilhabe.

Mehr Infos:

https://www.loreal.com/de-de/germany/

Vereinity e.V. 

Foto: Christian Behring