ALPHAWOMAN-Podcast mit Dr. Diana Taubert: Wie aus Ideen geschützte Erfolge werden

Februar 2025
ALPHAWOMAN-Podcast mit Dr. Diana Taubert: Wie aus Ideen geschützte Erfolge werden

Ideen gibt es viele – doch nur wenige werden wirklich erfolgreich. In dieser Folge des ALPHAWOMAN-Podcasts spricht Sandra Pabst mit Dr. Diana Taubert darüber, was es braucht, damit aus einer Idee ein tragfähiges Geschäftsmodell entsteht.


Als Patentanwältin, Naturwissenschaftlerin und Unternehmerin begleitet sie Menschen dabei, Innovationen zu schützen, strategisch zu entwickeln und langfristig groß zu machen.

Wann hat eine Idee wirklich Potenzial?

Dr. Diana Taubert erlebt täglich Menschen mit neuen Produkt-, Technologie- oder Geschäftsideen. Ob eine Idee Potenzial hat, entscheidet sich aus ihrer Sicht aus einer Mischung aus Bauchgefühl und Analyse. Neben Intuition spielen objektive Kriterien eine zentrale Rolle: Markt- und Wettbewerbsanalysen, vor allem aber der sogenannte Stand der Technik.

Gerade bei technischen Erfindungen ist entscheidend, ob eine Idee tatsächlich neu ist und ob sie sich klar von bestehenden Lösungen abgrenzt. Doch überraschend oft sind es nicht die komplexesten Innovationen, die erfolgreich werden, sondern einfache Ideen, die zum richtigen Zeitpunkt auf ein echtes Bedürfnis treffen.

Der größte Fehler: zu früh darüber sprechen

Ein zentrales Learning aus dem Podcast: Wer eine Idee schützen möchte, sollte nicht zu früh darüber sprechen. Gerade im Patentrecht gilt die Neuheit als entscheidendes Kriterium. Wer seine Idee vor einer Anmeldung offen diskutiert, kann sich den Schutz selbst nehmen oft ohne es zu merken.

Dr. Diana Taubert rät daher zu einem strategischen Vorgehen: zunächst prüfen, ob und wie eine Idee schutzfähig ist, und erst danach gezielt darüber sprechen.

Idee versus Umsetzung: Wo der Erfolg wirklich entsteht

Eine Idee allein ist nicht schützbar, entscheidend ist ihre konkrete Umsetzung. Im technischen Bereich bedeutet das, aus einer abstrakten Idee eine belastbare Erfindung zu entwickeln. Doch auch bei Geschäftsideen zeigt sich: Der Unterschied zwischen Mittelmaß und Erfolg liegt in der Ausarbeitung, der Struktur und der Fähigkeit, einen Weg in den Markt zu finden.

Hier trennt sich, so Taubert, „die Spreu vom Weizen“.

Unternehmerischer Weg abseits von Geradlinigkeit

Geboren und aufgewachsen in Berlin, studierte Diana Taubert Chemie, promovierte in Physik und absolvierte anschließend die Ausbildung zur Patentanwältin. Parallel gründete sie Unternehmen, unter anderem im Bereich Photovoltaik eine Ausgründung aus der Forschung, die über Jahre stark wuchs.

Ihr eigener Werdegang war alles andere als geradlinig. Statt eines festen Plans folgte sie Chancen, traf mutige Entscheidungen und hatte keine Angst vor Umwegen. Eine Haltung, die sie auch Gründerinnen und Gründern empfiehlt.

Allianzen statt Alleingang

Einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren, den Dr. Diana Taubert im Podcast benennt, sind Allianzen. Kaum jemand bringt alle Fähigkeiten mit, die für ein erfolgreiches Unternehmen nötig sind. Technisches Know-how, betriebswirtschaftliche Struktur, Marktzugang, Finanzierung und Kommunikation müssen zusammenkommen.

Erfolgreiche Gründerinnen und Gründer analysieren ihre eigenen Stärken und erkennen bewusst ihre Lücken. Die richtigen Partner, Mentoren oder Investoren helfen nicht nur operativ, sondern fungieren auch als kritisches Korrektiv.

Netzwerken lernen – trotz Zweifel

Viele Menschen scheuen sich davor, auf andere zuzugehen, ihre Ideen vorzustellen oder Unterstützung einzufordern. Angst vor Ablehnung spielt dabei eine große Rolle insbesondere bei Frauen. Dr. Diana Taubert teilt im Podcast eine persönliche Erfahrung, die zeigt: Selbst hochqualifizierte Frauen zweifeln oft an sich, obwohl sie absolut dazugehören.

Ihr Rat: Netzwerken ist lernbar. Wer sich bewusst macht, dass andere ähnliche Zweifel haben, gewinnt Sicherheit. Frauen können das genauso gut wie Männer und immer mehr Netzwerke bieten Räume, um genau das zu üben.

Warum Frauen seltener Patente anmelden

Nur ein kleiner Teil der Patentanmeldungen in Deutschland stammt von Frauen. Ein Grund liegt in der Struktur: Patente werden überwiegend von Unternehmen angemeldet, nicht von Einzelpersonen. Zudem sind technische Studiengänge weiterhin männlich geprägt.

Interessant ist jedoch der Vergleich: In Design- und Markenanmeldungen ist die Geschlechterverteilung deutlich ausgeglichener. Für Dr. Diana Taubert ein Hinweis darauf, dass es weniger an Kreativität als an Zugängen und Strukturen liegt.

Schutz ist wichtiger denn je

Gerade in Zeiten der Digitalisierung warnt Taubert davor, auf Geheimhaltung statt Schutz zu setzen. Ungeschütztes Know-how wird zunehmend Ziel von Wettbewerbern häufig international. Patente bieten hier einen strategischen Vorteil: Sie schützen bis zu 20 Jahre, werden erst verzögert veröffentlicht und lassen Spielräume in der Formulierung.

Ihr Appell: Lieber bewusst entscheiden – für oder gegen Schutz – als aus Angst nichts zu tun.

Mehr Infos unter:

ETL-IP Patentgesellschaft

Foto: Christian Behring