ALPHAWOMAN-Podcast mit Britt Kanja: Warum Mut der Schlüssel zu einem erfüllten Leben ist

Dezember 2024
ALPHAWOMAN-Podcast mit Britt Kanja: Warum Mut der Schlüssel zu einem erfüllten Leben ist

Es gibt nur wenige Frauen, die über Jahrzehnte hinweg so präsent, eigenständig und inspirierend geblieben sind wie Britt Kanja. Sie gilt als Grand Dame der Berliner Szene, als Stil-Ikone, Lebenskünstlerin und Visionärin. Im ALPHAWOMAN-Podcast spricht Moderatorin Sandra Pabst mit ihr über Freiheit, Mut, Selbstbestimmung und darüber, warum ohne Courage kein erfülltes Leben möglich ist.

Freiheit als Ursprung von Selbstvertrauen

Britt Kanja ist gebürtige Berlinerin und entdeckte früh ihre Leidenschaft für Bewegung und Tanz. Aufgewachsen mit viel Freiheit und Vertrauen entwickelte sie schon als Kind eine starke innere Unabhängigkeit. Angst, so sagt sie rückblickend, war in ihrer Erziehung keine Option und genau das prägte ihr Selbstverständnis bis heute.

Diese frühe Erfahrung von Autonomie, Gemeinschaft und Eigenverantwortung legte den Grundstein für ein Leben jenseits klassischer Konventionen.

Von der Tänzerin zur Lebensgestalterin

Nach ihrer Tanzausbildung wurde Britt Kanja mit nur 19 Jahren Miss Berlin, ein Titel, den sie selbst eher als Randnotiz betrachtet. Entscheidend war ihre internationale Tanzkarriere, die sie durch Europa führte. Ein Wendepunkt folgte in ihren Zwanzigern: die große Liebe, die Heirat und ein fast zehnjähriger Aufenthalt in Kalifornien.

Die bewusste Entscheidung für das Leben und gegen die reine Karriere hat sie nie bereut, auch wenn dieser Lebensabschnitt später endete. Mut bedeutet für sie nicht, dass alles bleibt, sondern dass man Entscheidungen trifft und Verantwortung für sie übernimmt.

Rückkehr nach Berlin und neue Wege

Zurück in Berlin begann Britt Kanja erneut zu unterrichten – Tanz, Bewegung, später auch Yoga. Ihr Ansatz war sanft, körperbewusst und respektvoll. Statt Leistungsdruck stand Achtsamkeit im Fokus – ein Konzept, das seiner Zeit weit voraus war.

In den 1980er-Jahren folgte der nächste große Schritt: Britt Kanja wurde Gastgeberin, Kuratorin, Gestalterin von Räumen und Begegnungen.

Das 90 Grad: Club, Kunst, Haltung

1989 gründete sie gemeinsam mit Bob Young den legendären 90 Grad Club in Berlin. Das 90 Grad war weit mehr als ein Nachtclub: Es war ein Gesamtkunstwerk, ein sozialer Raum, ein Ort von Freiheit, Diversität und internationaler Offenheit.

Jede Party hatte ein eigenes Thema, der Raum verwandelte sich jeden Monat neu, Kunst, Musik, Mode und Gastfreundschaft verschmolzen. House Music, kuratierte Atmosphäre und Liebe zum Detail machten das 90 Grad zu einer Institution der Berliner Clubkultur.

Unternehmerin mit Haltung

So poetisch das Konzept war, Britt Kanja wusste auch, dass Vision ohne Struktur nicht trägt. Sie absolvierte bewusst eine Wirtschaftsausbildung, um Finanzen, Buchführung und unternehmerische Zusammenhänge zu verstehen. Nicht um sich anzupassen, sondern um auf Augenhöhe agieren zu können.

Für sie war klar: Kreativität und wirtschaftliche Kompetenz schließen sich nicht aus, sie bedingen einander.

Mode als Ausdruck von Freiheit

Britt Kanja ist bekannt für ihren unverwechselbaren Stil. Mode ist für sie kein Trend, sondern Ausdruck von Identität. Lange bevor Nachhaltigkeit ein gesellschaftliches Thema wurde, lebte sie Second Hand, Upcycling und individuelle Kreation.

Kleidung versteht sie als Einladung zur Selbstermächtigung nicht zur Anpassung. Ihr Rat an Frauen, die sich nicht trauen aufzufallen: Mut ist der erste Schritt zu sich selbst.

Courage als Lebensprinzip

Ein zentrales Motiv des Gesprächs ist Courage. Für Britt Kanja ist Mut keine Pose, sondern eine innere Haltung. Wer sich selbst kennt und annimmt, findet echte Gemeinschaft nicht durch Anpassung, sondern durch Authentizität.

Ihr Leitsatz: „Ohne Mut geht man am Leben vorbei.“

Foto: Christian Behring