ALPHAWOMAN-Podcast mit Dr. Katja Kessler: Wie man sich mit Mut, Disziplin und einer Prise Punk immer wieder neu erfindet
Sie ist promovierte Zahnärztin, Bestsellerautorin und erfolgreiche Interior-Designerin. Dr. Katja Kessler ist keine Frau der geraden Linien, sondern hat ihr Leben oft neu erfunden. Sie geht ihren Weg mit Mut, Disziplin und einer guten Portion Unangepasstheit – einer Prise „Punk“, wie sie es selbst beschreibt.
Der größte Feind sitzt oft im eigenen Kopf
Ein zentrales Thema des Gesprächs ist der innere Widerstand. Katja Kessler spricht offen darüber, dass Zweifel, Selbstkritik und die Angst, nicht zu genügen, selbst erfolgreiche Menschen begleiten. Der größte Feind sitze dabei häufig im eigenen Kopf. Mut bedeute für sie nicht, angstfrei zu sein, sondern trotz Unsicherheit handlungsfähig zu bleiben.
Im ALPHAWOMAN Podcast mit Katja Kessler wird deutlich, dass Veränderung kein Ausnahmezustand, sondern ein wiederkehrendes Prinzip ist. Nach ihrer Promotion und Tätigkeit als Zahnärztin wechselte Katja Kessler in den Journalismus, begann als Praktikantin in der BILD-Zeitung und arbeitete sich bis zur Chefreporterin hoch. Es folgten Bestseller, Kolumnen und schließlich der Schritt in die Selbstständigkeit als erfolgreiche Interior-Designerin.
Jeder dieser Neuanfänge brachte Unsicherheit mit sich. Doch statt sich davon lähmen zu lassen, setzte Katja Kessler auf Vorbereitung, Disziplin und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen. Der eigene Anspruch sei dabei oft höher als die Erwartungen von außen.
Disziplin als Fundament – nicht als Einschränkung
Disziplin spielt in Katja Kesslers Leben eine zentrale Rolle. Disziplin ist für sie kein starres Regelwerk, sondern die Grundlage für Freiheit. Wer gut vorbereitet sei, könne souveräner entscheiden und mutiger handeln.
Gleichzeitig betont sie die Bedeutung einer gewissen Ignoranz gegenüber äußeren Bewertungen. Nicht jede Meinung verdiene Aufmerksamkeit. Entscheidend sei, sich selbst treu zu bleiben und den eigenen Maßstab nicht aus den Augen zu verlieren.
Was Frauen im Geschäftsleben von Männern lernen können
Im Gespräch geht es auch um Unterschiede zwischen Frauen und Männern im Berufs- und Geschäftsleben. Katja Kessler beobachtet, dass Männer häufig direkter, selbstverständlicher und weniger zögerlich agieren, insbesondere bei Themen wie Geld, Risiko oder Macht. Frauen könnten davon lernen, ohne ihre eigenen Stärken aufzugeben.
Es gehe nicht um Anpassung, sondern um Selbstverständlichkeit. Wer sich selbst ernst nehme, trete klarer auf und werde auch entsprechend wahrgenommen.
Verantwortung weitergeben: Werte, Bildung und Selbstständigkeit
Ein sehr persönlicher Teil des Gesprächs widmet sich Katja Kesslers Kindern, insbesondere ihren Töchtern. Was sie ihnen mitgeben möchte, ist eindeutig: Bildung, Denken und geistige Unabhängigkeit seien entscheidender als äußere Zuschreibungen. Wissen sei ein Kapital, das niemand nehmen könne.
Diese Haltung prägt auch ihren eigenen Alltag. Lernen, Neugier und Offenheit für Neues spielen weiterhin eine große Rolle – etwa im Umgang mit neuen Technologien und kreativen Prozessen.
Anerkennung als Zwischenstopp, nicht als Ziel
Die Auszeichnung mit dem London Design Award war für Katja Kessler ein besonderer Moment. Nicht als Endpunkt, sondern als Bestätigung der eigenen Arbeit. Preise seien Ansporn, aber kein Ziel. Entscheidend bleibe die innere Bewegung, die Lust auf Weiterentwicklung und die Bereitschaft, sich immer wieder auf Neues einzulassen.
Foto: Christian Behring
