ALPHAWOMAN-Podcast mit Jessica Bethune: Warum die Industrie weiblicher, digitaler und mutiger werden muss

Juli 2025
ALPHAWOMAN-Podcast mit Jessica Bethune: Warum die Industrie weiblicher, digitaler und mutiger werden muss

In dieser Folge des ALPHAWOMAN-Podcasts spricht Kommunikationsberaterin und Moderatorin Sandra Pabst mit einer der spannendsten Managerinnen der deutschen Industrie: Jessica Bethune.


Als Vice President Industrial & Process Automation DACH bei Schneider Electric verantwortet sie zentrale Zukunftsthemen wie Prozessautomatisierung, Digitalisierung und Nachhaltigkeit und setzt sich zugleich klar für mehr Frauen in technischen Führungspositionen ein.

Prozessautomatisierung: Technik, die Menschen schützt

Prozessautomatisierung klingt abstrakt, ist aber hochrelevant für unseren Alltag. Jessica Bethune erklärt im Gespräch, dass es dabei um kontinuierliche industrielle Prozesse geht etwa in der Chemie-, Energie- oder Prozessindustrie. Ziel ist es, menschliche Fehler zu minimieren, Sicherheit zu erhöhen und Abläufe in Echtzeit zu steuern.

Daten werden erfasst, analysiert und nutzbar gemacht, um Industrieanlagen effizienter, sicherer und nachhaltiger zu betreiben. Besonders spannend: Die Verbindung von digitaler Technologie und physischer Realität, die unmittelbare Wirkung zeigt. Das ist ein Aspekt, der Jessica Bethune früh für die Industrie begeistert hat.

Karriereweg ohne Ingenieurstudium aber mit Kompass

Geboren in den USA, aufgewachsen auf einer US-Militärbasis in Deutschland, studierte Jessica Bethune Wirtschaftsrecht und arbeitete zunächst im Softwareumfeld. Der Wechsel in die Industrie war für sie ein logischer Schritt: Technologie sollte nicht abstrakt bleiben, sondern sichtbaren Mehrwert schaffen.

Ihr innerer Kompass: Neugier, logisches Denken und die Freude daran, Innovationen wirksam werden zu lassen. Eine wichtige Botschaft der Podcastfolge: Ein technisches Studium ist nicht die einzige Eintrittskarte in Industrie und Digitalisierung.

Frauen in der Industrie: Es fehlt nicht an Talent, sondern an Vorbildern

Mit nur rund 17 Prozent Frauenanteil in MINT-Berufen ist die Industrie weiterhin männlich geprägt. Jessica Bethune sieht den Hauptgrund nicht in fehlender Fähigkeit, sondern in fehlender frühzeitiger Orientierung und Vorbildern in Schulen, Hochschulen und der Gesellschaft insgesamt.

Ihr Appell: Technik und Industrie müssen greifbarer, sichtbarer und attraktiver vermittelt werden gerade für junge Frauen. International zeigt sich, dass es auch anders geht: In vielen Regionen der Welt liegt der Frauenanteil in technischen Berufen bei 50 Prozent und mehr.

Der weibliche Blick auf Technik

Im Gespräch beschreibt Jessica Bethune einen Unterschied, den sie immer wieder beobachtet: Frauen betrachten technische Herausforderungen häufig ganzheitlicher. Neben der Lösung eines konkreten Problems behalten sie Prozesse, Auswirkungen und nächste Schritte im Blick.

Gerade in der Prozessautomatisierung kann dieser Ansatz ein Vorteil sein, denn nachhaltige Industrie braucht Weitblick, Vernetzung und systemisches Denken.

Nachhaltigkeit als Managementaufgabe

Schneider Electric wurde vom Time Magazine als nachhaltigstes Unternehmen der Welt ausgezeichnet. Für Jessica Bethune ist das kein PR-Label, sondern Ergebnis klarer Strukturen: Nachhaltigkeitsziele sind global definiert und Teil der Management-Bewertung.

Von Produktion über Lieferketten bis hin zur Zusammenarbeit mit Kunden ist Nachhaltigkeit integraler Bestandteil unternehmerischer Entscheidungen und ein entscheidender Faktor für die Zukunftsfähigkeit der Industrie.

Transformation der deutschen Industrie: Jetzt handeln

Die deutsche Industrie steht unter Druck: steigende Energiepreise, globale Konkurrenz, alternde Infrastrukturen. Jessica Bethune warnt davor, zu lange abzuwarten. Deutschland sei ein „Brownfield-Land“ mit bestehenden Anlagen, die modernisiert werden müssen, um Digitalisierung, Automatisierung und Elektrifizierung zu ermöglichen.

Ihr klarer Appell: Mut zeigen, anfangen, investieren und die vorhandenen Technologien endlich konsequent einsetzen.

Weitere Informationen:

Schneider Electric

Foto: Christian Behring